Die Schwarzwälder Kirschtorte gehört zu den bekanntesten Torten Deutschlands – und das zu Recht. Wer sie einmal selbst gebacken hat, versteht sofort, warum dieses Rezept seit Generationen weitergegeben wird. Saftige Schokoladenböden, üppige Schlagsahne, fruchtige Kirschen und das typische Aroma des Kirschwassers ergeben zusammen etwas Einzigartiges.
Ich backe die Schwarzwälder schon seit vielen Jahren, und mit der Zeit habe ich ein paar Kniffe gelernt, die den Unterschied ausmachen. Der häufigste Fehler: der Biskuit wird zu trocken, weil man mit dem Tränken spart. Mein Tipp – lieber etwas zu viel als zu wenig. Die Torte soll saftig sein, nicht trocken und kompakt.
Die Schwarzwälder Kirschtorte braucht Zeit. Nicht weil sie schwierig wäre, sondern weil der Biskuit vollständig abkühlen muss, bevor du ihn schneidest, und die fertige Torte mindestens zwei Stunden im Kühlschrank ruhen sollte – am besten über Nacht. Plane also einen Tag im Voraus. Der Aufwand lohnt sich absolut.
Das Kirschwasser ist kein Pflichtbestandteil, aber es gibt der Torte erst den unverwechselbaren Charakter. Wer für Kinder backt, lässt es einfach weg und tränkt die Böden nur mit dem Kirschsaft aus dem Glas. Schmeckt auch sehr gut, nur eben ohne den typischen Schuss.
Den Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine Springform (26 cm) am Boden mit Backpapier auslegen, die Ränder nicht fetten – das hilft dem Biskuit beim Aufgehen.
Eier und Zucker mit dem Handrührgerät auf höchster Stufe mindestens 8 Minuten schlagen, bis die Masse hell, cremig und deutlich aufgegangen ist. Das ist entscheidend für einen luftigen Biskuit – hier nicht ungeduldig werden.
Mehl, Kakaopulver und Backpulver mischen und in zwei bis drei Portionen vorsichtig unter die Eiermasse heben. Dabei möglichst wenig rühren – die Luft soll erhalten bleiben. Zuletzt die abgekühlte Butter unterheben. Den Teig sofort in die Form geben und 30 bis 35 Minuten backen. Stäbchenprobe machen. Den fertigen Biskuit in der Form auskühlen lassen, dann aus der Form lösen und komplett erkalten lassen – mindestens 2 Stunden, besser über Nacht.
Die Sauerkirschen aus dem Glas in ein Sieb abgießen und den Saft auffangen. 100 ml Kirschsaft abmessen und mit dem Kirschwasser mischen – das wird später zum Tränken der Böden verwendet. Die Kirschen beiseite stellen.
Für die Bindung in der Torte: 2 bis 3 Esslöffel Speisestärke mit etwas Kirschsaft glatt rühren und die restlichen Kirschen kurz in einem Topf mit etwas Zucker und der Stärke aufkochen, bis die Masse leicht bindet. Abkühlen lassen. Das verhindert, dass die Kirschen die Sahne beim Zusammensetzen zu sehr verwässern.
Die Sahne muss gut gekühlt sein – am besten die Schüssel und die Rührbesen kurz in den Gefrierschrank stellen. Sahne mit Sahnesteif und Puderzucker steif schlagen. Nicht zu lange, sonst wird sie körnig. Die Sahne im Kühlschrank zwischenlagern, bis du sie brauchst.
Den ausgekühlten Biskuit mit einem langen Sägemesser dreimal waagerecht durchschneiden – so erhältst du vier Böden. Mit einem Pinsel jeden Boden gleichmäßig mit der Kirschwasser-Mischung tränken. Wirklich alle Böden tränken – auch den untersten. Das macht den großen Unterschied zwischen einer trockenen und einer saftigen Torte.
Den ersten Boden auf eine Tortenplatte legen. Eine Schicht Sahne aufstreichen, dann die Hälfte der Kirschen darauf verteilen, dabei einen Rand frei lassen. Den zweiten Boden auflegen, wieder Sahne und Kirschen – denselben Vorgang wiederholen. Den dritten Boden aufsetzen und mit Sahne bestreichen. Den vierten Boden als Abschluss auflegen.
Die gesamte Torte außen dünn mit Sahne einstreichen – eine Grundschicht als Basis. Dann den Rest der Sahne für die Dekoration in einen Spritzbeutel mit Sterntülle füllen und Rosetten auf der Torte aufspritzen. Mit Schokoraspeln die Seiten bestreuen und auf jede Rosette eine Kirsche setzen.
Die fertige Torte mindestens 2 Stunden, besser über Nacht, in den Kühlschrank stellen. So kann sich alles setzen, die Böden ziehen die Feuchtigkeit durch, und die Sahne wird fest. Direkt vor dem Servieren anschneiden.
Im Kühlschrank hält sie sich 2 bis 3 Tage problemlos. Danach beginnt die Sahne etwas zu werden. Am besten am Tag nach dem Backen servieren – da ist sie am saftigsten.
Den Biskuit kann man sehr gut einfrieren – einfach in Klarsichtfolie wickeln und einfrieren. Die fertig zusammengesetzte Torte mit Sahne eignet sich nicht zum Einfrieren, da Sahne nach dem Auftauen wässrig wird.
Ja, einfach die gleiche Menge Kirschsaft statt Kirschwasser verwenden. Die Torte heißt dann streng genommen keine echte Schwarzwälder mehr – aber sie schmeckt trotzdem hervorragend, besonders für Kinder oder Gäste, die keinen Alkohol trinken.
Klassisch werden Sauerkirschen (Morellen) aus dem Glas verwendet. Im Sommer kann man frische Sauerkirschen nehmen – die müssen dann entsteint und kurz mit etwas Zucker gedünstet werden. Süßkirschen funktionieren auch, aber die typische leicht herbe Note fehlt dann.
Der Boden muss vollständig ausgekühlt sein – am besten über Nacht. Ein langes Sägemesser mit leichten Sägebewegungen und kaum Druck arbeiten. Wer unsicher ist, kann den Biskuit für 30 Minuten in den Gefrierschrank stellen – das macht ihn fester und leichter zu schneiden.
Die Schwarzwälder Kirschtorte ist ein Rezept, das man einmal richtig lernt und dann nie wieder vergisst. Wer sie einmal selbst gebacken hat, kauft sie nie wieder fertig. Viel Spaß beim Backen!

Backofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Springform (26 cm) am Boden mit Backpapier auslegen. Eier, Zucker und Vanillezucker 8 Minuten hell und cremig aufschlagen. Mehl, Kakao und Backpulver mischen und vorsichtig unterheben. Abgekühlte Butter unterheben. Teig in die Form geben und 30-35 Minuten backen. In der Form auskühlen lassen, dann komplett erkalten lassen (min. 2 Stunden).
Kirschen abgießen, Saft auffangen. 80 ml Kirschsaft mit Kirschwasser mischen (Tränke). Restliche Kirschen mit 2 EL Zucker und Speisestärke (mit etwas Saft glattgerührt) kurz aufkochen, bis die Masse bindet. Abkühlen lassen.
Sahne mit Sahnesteif und Puderzucker steif schlagen. Im Kühlschrank zwischenlagern. Biskuit dreimal waagerecht schneiden (4 Böden). Alle Böden gleichmäßig mit der Kirschwasser-Tränke bestreichen.
Ersten Boden auf Tortenplatte legen, Sahne aufstreichen, Hälfte der Kirschen verteilen. Zweiten Boden auflegen, wiederholen. Dritten Boden mit Sahne bestreichen, vierten Boden auflegen. Torte außen mit Sahne einstreichen, Seiten mit Schokoraspeln bestreuen.
Restliche Sahne in Spritzbeutel mit Sterntülle füllen, Rosetten auf die Torte spritzen. Je eine Kirsche auf jede Rosette setzen. Torte mindestens 2 Stunden, besser über Nacht, kühl stellen. Vor dem Servieren anschneiden und genießen.